Author Archives: J. Krämer

Ehepaar Graf erhält Luther-Medaille

Seit 2012 wird die Luther-Medaille des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau an Menschen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Erfüllung des kirchlichen Auftrags verdient gemacht haben, etwa durch überdurchschnittliches haupt- und ehrenamtliches Engagement, das Eintreten für soziale Belange, wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten und andere Leistungen, die dem Anliegen der Reformation Gestalt geben. Im November 2018 fiel die Wahl auf das Autorenteam Gabriele Hannah, ihren Bruder Hans-Dieter Graf und dessen Ehefrau Martina Graf für die Veröffentlichung ihrer umfangreichen Dokumentation „Die Juden vom Altrhein“. Die beiden Grafs sind seit Jahren in Seeheim ansässig, Martina Graf war lange Jahre Mitglied der Laurentius-Redaktion.

Für ihr Werk recherchierten die drei Autoren sämtliche Biografien jüdischer Familien, die als angesehene Bürger in den Gemeinden Hamm, Eich und Gimbsheim gelebt hatten, bis sie zur Emigration gezwungen oder deportiert und ermordet worden waren. Darüber hinaus stellten die Autoren zahlreiche Kontakte zu Nachkommen her, die eine Fülle von authentischem Material lieferten. 16 von ihnen waren im Juli eigens zur Buchvorstellung aus USA, Israel, Schweden und Schweiz nach Deutschland angereist und hatten Stätten der Erinnerung aufgesucht.

Das Buch „Die Juden vom Altrhein“ sei mehr als eine historische Bestandsaufnahme, die bis in die heutige Generation hineinreiche, sagte der Wormser Präses Alexander Ebert bei der Preisverleihung in Worms, an der viele Vertreter aus Kirche und Politik teilnahmen. Es zeige, wie notwendig der Dialog gerade in heutiger Zeit sei, wo Antisemitismus und Antijudaismus wieder erstarkten. Die Laudatio für die Preisträger hielt Bernd Wilhelm, der mit Thomas Höppner-Kopf, dem evangelischen Pfarrer von Hamm, das Buchprojekt maßgeblich unterstützt und begleitet hatte. Letztendlich habe die Veröffentlichung nur dank des großen Engagements der evangelischen und katholischen Gemeinde Hamm und Gimbsheim und mit Hilfe weiterer Spenden aus dem kirchlichen, kommunalen und privaten Reich realisiert werden können. Mit diesem Buch sei eine verschwundene Gruppe wieder sichtbar gemacht worden, betonte Bernd Wilhelm: „Es zeigt, was wir verloren haben.“ Das Dekanat habe mit der Verleihung der Luther-Medaille an das Autorenteam Hannah und Graf eine gute Wahl getroffen.

Der Wormser Dekan Harald Storch hob noch einmal den ökumenischen Aspekt dieser Buchproduktion hervor. Die Dokumentation sei ein herausragendes Beispiel dafür, wie der kirchliche Auftrag in unserer Region wahrgenommen werde.

Yvonne Schnur

Expedition zum ICH

Suche nach sich selbst und nach Gott

Worum es geht

Der Mensch findet nur dann zu sich selbst, wenn er sich mit Gottes Sicht der Dinge vertraut macht.

Darum geht es bei den Gesprächsabenden unter der Überschrift „Expedition zum ICH“, denn beide Ziele – die Suche nach sich selbst und die Suche nach Gott – gehören zusammen.

Eine herausfordernde Selbsterforschung – und zugleich eine Entdeckungsreise in die Geschichte des Christentums, ohne das es das moderne Europa nicht gäbe. Eigene Lektüre und Gespräche in Kleingruppen ergänzen einander.

Die Ausgangsbasis für die Expeditionen bilden sechs existenzielle Themen:

  • Wer bin ich?
  • Wie werde ich frei?
  • Was bestimmt mein Handeln?
  • Wie bekomme ich eine Beziehung zu Gott?
  • Wo gehöre ich hin?
  • Wohin gehe ich?

Ausgehend von diesen Fragen möchten die Gesprächsabende deutlich machen, dass das älteste Buch der Welt noch heute viele erhellende Antworten auf Fragen des persönlichen Lebens gibt.

Wir laden Sie herzlich ein – gehen Sie mit uns auf Expedition. Wir können dabei alle nur gewinnen.

Rufen sie uns an, informieren sie sich – oder melden sie sich einfach an – im Gemeindebüro einer unserer Kirchengemeinden:

Ev. Kirchengemeinde Jugenheim
Alexanderstraße 13
64342 Seeheim-Jugenheim
Telefon (0 62 57) 33 26
E-Mail pfarramt@ev-kirche-jugenheim.de

Ev. Kirchengemeinde Seeheim-Malchen
Bergstrasse 3
64342 Seeheim-Jugenheim
Telefon (0 62 57) 8 13 88
E-Mail ev.kgm.seeheim-malchen@ekhn-net.de

Freie ev. Gemeinde Seeheim-Jugenheim
Am Bahnhof 1
64342 Seeheim-Jugenheim
Telefon (0 62 57) 8 21 60 (Pastor Jürgen Grün)
E-Mail j.gruen@fegsj.de

Kath. Kirchengemeinde St. Bonifatius
Ludwigstraße 6
64342 Seeheim-Jugenheim
Telefon (0 62 57) 34 61
E-Mail info@sankt-bonifatius-seeheim-jugenheim.de

Folgende Termine sind geplant:
Do 14. Februar 2018, 19.45 Uhr – Informationsabend, bei dem der Kurs vorgestellt wird. Anschließend kann man über eine Teilnahme entscheiden.

Die eigentlichen Gesprächsabende finden an folgenden Terminen statt:

  • Do 28. Februar 2019
  • Do 7. März 2019
  • Do 14. März 2019
  • Do 21. März 2019
  • Do 28. März 2019
  • Do 4. April 2019
  • Do 11. April 2019

Beginn jeweils um 19.45 Uhr.

Alle Abende (einschl. 14.02.) finden im Bischof-Colmar-Haus, Pestalozzistraße 25 in Seeheim statt. Wir gehen davon aus, dass man an allen Abenden teilnimmt, wenn man sich angemeldet hat.

Kosten
Für die Teilnahme an den Gesprächsabenden fallen keine Kosten an. Voraussetzung zur Teilnahme ist jedoch das Buch „Expedition zum ICH. In 40 Tagen durch die Bibel“ von Klaus Douglass und Fabian Vogt, ISBN 978-3-438-06045-7, 19,80 Euro. Es ist im Buchhandel erhältlich oder kann beim Informationsabend bestellt werden.

 

Ursula Becker,
Bildungsbeauftragte 
Kath. Pfarrgemeinde St. Bonifatius Seeheim-Jugenheim
Christoph Sames,
Pfarrer 
Ev. Kirchengemeinde Seeheim-Malchen
Hans-Peter Rabenau,
Pfarrer 
Ev. Kirchengemeinde Jugenheim a.d.B.
Gerlinde Kugelstadt,
Beauftragte für Ökumene Freie evang. Gemeinde Seeheim-Jugenheim

Jahreslosung 2019

LOGO Buchversand GmbH, August-Thyssen-Str. 7, 56170 Bendorf

Woran denken Sie als erstes, wenn sie das Wort „Frieden“ hören?

An die Nachrichten? Den Weltfrieden? Wenn ich in diese Richtung denke, dann kreisen meine Gedanken um Schlagwörter wie „Friedensverhandlungen“ oder „Friedensverträge“ und ich finde mich in der politischen Dimension des Wortes „Frieden“ wieder.

Vielleicht kommt Ihnen aber auch – nach dem Weihnachtsfest vor einigen Wochen – als erstes der „Familienfrieden“ in den Sinn. War es letzte Weihnachten gut, haben wir in der Familie zusammengefunden? Mussten vielleicht bestimmte Themen umschifft werden, um wenigstens an den gemeinsamen Feiertagen miteinander zurecht zu kommen?

Eine weitere Möglichkeit, sich dem Thema „Frieden“ zu nähern: Wir können auf uns selbst schauen und überlegen: Konnte ich das alte Jahr gut abgeben? Bin ich zuversichtlich? Wie will ich in dieses Jahr 2019 hineingehen? Habe ich für mich gefunden, was wir „inneren Frieden“ nennen?

Schon an diesen drei Blickwinkeln wird deutlich: Wenn wir von „Frieden“ reden, dann betrifft es ganz verschiedene Facetten des Lebens: Den Mikrokosmos meines Lebens, aber auch die weiten Horizonte, die ich denken kann.

In der Bedeutung des hebräischen Wortes für Frieden („Schalom“) steckt, dass damit nicht nur die Abwesenheit von Krieg gemeint ist, sondern vielmehr alle Gewalt, Feindschaft und Ungerechtigkeit überwunden ist. „Schalom“ also als ein Zustand der Harmonie, der alles umfasst: Die Beziehung zu Gott, die Beziehung zwischen allen Geschöpfen dieser Welt inklusive der Beziehung zwischen Menschen und Völkern. Er ist nicht nur eine Sehnsucht im Nahen Osten. Von diesem „Schalom“, von diesem Frieden, sind wir in unserem Leben leider oft weit entfernt.

„Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15) – so fordert uns deshalb die Jahreslosung für das neue Jahr 2019 auf.

page4image63667584page4image63667776page4image63667968Suche Frieden! Und jage ihm nach? Eine Aufforderung, die einen irritieren kann! Bei einer Jägerin oder einem Jäger stelle ich mir unweigerlich jemanden vor, der eine Waffe mit sich führt – egal, ob ein Gewehr oder einen Spieß oder was auch immer. Wie lässt sich das Bild eines entsprechend ausgerüsteten Jägers mit dem Wort „Frieden“ in Einklang bringen? Man mag sagen, dass der Friede etwas Flüchtiges ist, das immer noch nicht erreicht ist, oder dass es hier noch eine Distanz zu ihm gibt.

Paulus sagt an anderer Stelle: „Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient“ (Röm. 14,19). Er verzichtet da auf das Wort „jagen“ und macht dennoch im Römerbrief in gleicher Weise deutlich: Frieden lässt sich nicht festhalten. Frieden ist nicht einzuholen. Frieden bleibt immer vor mir – eine Aufgabe! Diese Aufgabe, am Frieden selbst mitzuwirken, wird auch in dem 34. Psalm beschrieben, aus dem die diesjährige Jahreslosung stammt.

Die Aufforderung: „Suche Frieden und jage ihmnach!“ ist im Psalm 34 eingebettet in andere Auf- forderungen: Da heißt es zum Beispiel: „Behüte deine Zunge vor Bösem“. Und: „Behüte deine Lippen, dass sie nicht Trug reden!“ oder: „Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“

Frieden ist also weder Wunschkonzert, das wir entspannt anhören, noch ein schönes Gemälde, vor das wir uns in einer Galerie stellen könnten und sagen: „zu schön, um wahr zu sein!“ Friede ist immer Auftrag an mich! An uns! Frieden beginnt bei dem, was ich sage und bei dem, was ich tue oder unterlasse. „Lass ab vom Bösen und tu Gutes!“

Das können wir in unsere Lebenslage hineinbuchstabieren und den Frieden aufsuchen, aber auch in unseren Gebeten sollten wir ihn nicht vergessen oder vielleicht sogar singen wie schon Martin Luther: „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsren Zeiten. Es ist ja doch kein anderer nicht, der für uns könnte streiten, als Du Gott alleine.“

Nachträglich alles Gute zum neuen Jahr!

Ihr Pfarrer Christoph Sames

Weltgebetstag 2019: Kommt, alles ist bereit!

„Come – Everything is ready“, Rezka Arnuš, © Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.a

„Kommt, alles ist bereit”: Mit der Bibelstelle des Festmahls aus Lukas 14 laden die slowenischen Frauen ein zum Weltgebetstag am 1. März 2019. Ihr Gottesdienst entführt uns in das Naturparadies zwischen Alpen und Adria, Slowenien. Und er bietet Raum für alle.
Slowenien ist eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union. Von seinen gerade mal zwei Millionen Einwohner*innen sind knapp 60 % katholisch. Obwohl das Land tiefe christliche Wurzeln hat, praktiziert nur gut ein Fünftel der Bevölkerung seinen Glauben. Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen für den Weltgebetstag. Seit über 100 Jahren macht die Bewegung sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Am 1. März 2019 werden allein in Deutschland hundertausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen. Gemeinsam setzen sie am Weltgebetstag 2019 ein Zeichen für Gastfreundschaft und Miteinander: Kommt, alles ist bereit! Es ist noch Platz.

Wir laden Sie alle herzlich ein:

  • Fr, 15. Februar 2019, 18 Uhr Landesabend mit Kostproben der slowenischen Küche im Bischof-Colmar-Haus.
  • Fr., 1. März 2019, 18.00 Uhr Gottesdienst in der Heilig Geist Kirche im Anschluss Gespräche bei Kostproben aus der Landesküche im Bischof-Colmar-Haus.

Wer den Länderabend oder den Gottesdienst inhaltlich oder musikalisch mitgestalten möchte, kann sich gerne an unser Gemeindebüro wenden.

Lisa Schürmann, Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.
Franziska Siebel für das Vorbereitungsteam Seeheim und Malchen

Fair geht vor

Das Evangelische Dekanat Bergstraße will die neue Verordnung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zur Beschaffung von Waren und Dienstleistungen aktiv umsetzen. Dazu wurden ein Dekanats-Umweltausschuss und ein Umweltteam im Heppenheimer Haus der Kirche gebildet.

Nach der neuen Beschaffungsverordnung sollen kirchliche Einrichtungen unter anderem darauf achten, dass Lebensmittel aus regionaler und möglichst biologischer Herstellung stammen. Produkte sollen fair gehandelt werden, gesundheitlich unbedenklich und der Umweltverbrauch bei Herstellung Transport, Nutzung und Entsorgung möglichst gering sein. Es soll zudem darauf geachtet werden, dass Menschenrechte in der Zulieferkette gewährleistet sind. Bei der Auftragsvergabe sind kirchliche Einrichtungen aufgerufen, ökonomische, ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen. Erstmals hat die EKHN eine eigene Rechtsverordnung zur Beschaffung von Waren und Dienstleistungen beschlossen. Bislang war die Kirche an die Vergabe-Ordnung des öffentlichen Dienstes gebunden.

„Wir fangen im Dekanat nicht bei null an. Wir nutzen z.B. Recycling-Papier. Schon seit etlichen Jahren kaufen wir fair gehandelten Kaffee sowie regional und biologisch hergestellte Lebensmittel. Doch wir wissen, es gibt zur Bewahrung der Schöpfung noch Luft nach oben“, sagte die Dekanats-Referentin für gesellschaftliche Verantwortung, Sabine Allmenröder, die die Umweltaktivitäten koordiniert.

Das Umweltteam, das aus vier hauptamtlichen Mitarbeitenden besteht, will Vorschläge erarbeiten, wie der C0²- Ausstoß sowie der Strom- und Wasserverbrauch im Haus der Kirche verringert werden kann. Mit Fritz Loseries (Lorsch) und Lupold von Lehsten (Schönberg-Wilmshausen) wurden zwei sachkundige Ehrenamtliche als Umweltbeauftragte des Dekanats berufen. Sie setzen sich für Klimaschutz, die Förderung von Biodiversität und öko-fairen Einkauf ein.

Informationsveranstaltungen und Material zum ökofairen Einkaufsportal www.wir-kaufen-anders.de für Gemeindeversammlungen, Kirchenvorstände und Kindertagesstätten bietet Sabine Allmenröder an.

Kontakt:
Fachstelle gesellschaftliche Verantwortung
E-Mail sabine.allmenroeder.dek.bergstrasse@ekhn-net.de
Telefon (0 62 52) 67 33 43

34 plus 10 – Zuwachs für das Dekanat

Das Evangelische Dekanat Bergstraße wird größer. Ab dem 1. Januar werden zehn Kirchengemeinden aus dem südlichen Ried in das Bergsträßer Dekanat eingegliedert, das dann aus insgesamt 44 Kirchengemeinden besteht.
Mit Auflösung des Dekanats Ried wird der nördliche Teil des Dekanatsgebiets an das Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim angegliedert, der südliche Teil an das Bergsträßer Dekanat mit den Gemeinden Biblis, Bobstadt, Bürstadt, Groß-Rohrheim, Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß, Nordheim sowie der Martin-Luther- und der Lukasgemeinde in Lampertheim. Damit wird sich die Zahl der Gemeindemitglieder im Dekanat Bergstraße um 18.000 auf dann rund 85.000 erhöhen. Nach dem Dekanat Frankfurt-Offenbach ist das Bergsträßer Dekanat damit das zweitgrößte in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.
Die Kirchensynode der EKHN hatte 2013 eine grundlegende Gebietsreform für die Dekanate beschlossen. Die Zahl der Dekanate wird demnach von 47 auf 25 reduziert. Damit sollen die personellen und finanziellen Ressourcen so genutzt werden, dass größere Dekanaten mehr Möglichkeiten haben, Kirche in der Region zu gestalten, Kooperationen zu fördern und die Arbeit in den Gemeinden für die Menschen vor Ort zu unterstützen.
Die beiden Dekanate Bergstraße und Ried kooperieren seit Jahren eng miteinander, unter anderem bei der Jugendarbeit, derÖffentlichkeitsarbeit, bei Bildungsangeboten und Studienfahrten. Sie richten zudem jedes Jahr am Vorabend des 1. Advent gemeinsam den Empfang zum neuen Kirchenjahr aus.

Berndt Biewendt