Endgültiger Wahlvorschlag für die Kirchenvorstandswahl 2021

Der Kirchenvorstand hat in seiner Sitzung am 04.02.2021 beschlossen, den vom Benennungsausschuss vorgelegten Wahlvorschlag als endgültig festzustellen. Die Kandidierenden werden sich wegen der Corona-bedingten Einschränkungen in unserem Gemeindebrief “Laurentius” vorstellen.

Name, Vorname
Wahlbezirk Seeheim
Bebensee-Biederer, Ute Marianne
Gessner, Gerd
Hartmann, Kerstin
Heid, Birklinde
Koch, Julia
Koch, Volker
Lokan, Stefanie
Kraft, Heidi
Meyer, Imme
von Minckwitz, Sabine
Michaelis-Popp, Ruth
Reinhard, Thomas
Rieke, Erwin
Schudt, Micaela
Siebel, Franziska
Stengel, Alexander
Sundermann, Renate
Wahlbezirk Malchen
Breuer, Luisa
Otto, Barbara

Der Kirchenvorstand

Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrerin Eva-Maria Loggen

Gottesdienste zum Abschied am letzten Sonntag nach Epiphanias, 31. Januar 2021 in der Laurentiuskirche Seeheim
mit Pfarrerin Eva-Maria Loggen

Gnade sei mit euch und Friede, von dem, der da ist und der da war und der da kommt!

Liebe Gottesdienstgemeinde,
der Regenbogen ist eines der schönsten Symbole für Gottes Dasein, für die Zusage seiner zuverlässigen Nähe durch alle Zeiten hindurch. Gott ist da für uns – dass wir davon etwas spüren in diesem Gottesdienst, das ist mein größter Wunsch.
Der Regenbogen auf dem Bild erscheint als ein doppelter, wir sehen vom ersten die Spiegelung in einem zweiten. Auch unsere Predigt soll so sein, sie hat zwei Teile.
Etwas anders als gewohnt legen wir heute keinen bestimmten Predigttext zugrunde, den wir auslegen. Den ersten Bogen der Predigt übernimmt Ilka von Plate. Sie trägt uns nun ihre Gedanken vor:

Teil II
„Ich bin! Ich bin, der ich bin, der ich sein werde!“ sagt Gott zu Mose aus dem brennenden Dornbusch und erscheint in einem Feuer, das wärmt und hell macht, aber nicht zerstört.
(Ex 3)
„Ich bin da und ich bin so!“ zeigt Gott dem Elia, der Gott gern mit eigenen Augen gesehen hätte, aber Gott gibt sich dem Elia stattdessen in einem sanften, stillen Säuseln zu erkennen. (1. Kön 19) Gott ist da, lässt Jesus die angsterfüllten Jünger erkennen, die mit ihm im Boot auf dem See Genezareth vom Sturm bedroht werden und um ihr Leben fürchten. Er beruhigt Wind und Wellen.
Ich bin da!, sagt der Auferstandene zu Maria, die mit tränenüberströmtem Gesicht im Garten steht und ihren Jesus sucht. Das ist Gottes Name! Ich bin da!
J H W H – die hebräischen Buchstaben stehen für das Geheimnis von Gottes Namen, dem Unaussprechlichen. Wir können sie nur annähernd übersetzen in unsere Sprache , aber sie haben mit dem Wort „sein“ zu tun, und sie sind möglicherweise verwandt mit der arabischen Wurzel von „leidenschaftlich sein“. Der leidenschaftliche Gott!
Gott ist leidenschaftlich für seine Menschen, für uns.
In der Musik, dieser Gnadengabe Gottes, erlebe ich diese Leidenschaft. Auch in der Arbeit einer Kirchengemeinde ist sie da, die Leidenschaft Gottes, und manchmal leider auch mit etwas Leiden verbunden.
In allem: „Ich bin da, dies ist mein Name auf ewig!“ spricht Gott zu Mose aus dem Dornbusch heraus. Verhüllt und im Feuer verborgen, und doch sichtbar leuchtend – ein Doppeltes.
Sein Name ist, was uns bleibt, in allem Werden und Vergehen. In allem Gehen und Dableiben bleibt der Bogen Gottes über uns ausgespannt. Und er heißt: ich bin da.
In der Meditation und in der Stille suchen Menschen danach, sie gehen an den Brunnen, um Wasser zu schöpfen, denn sie sind durstig nach Leben, nach unbeschwertem Leben, dem heilen Leben, dem gesunden Leben. Und ich bin es auch!
Nun, du hast einen Krug und willst mit ihm Wasser schöpfen. Du gehst zum Brunnen, kannst aber kein Wasser schöpfen. Warum? Weil der Krug schon voll ist, mit Scherben und Staub. Wenn der Krug voll ist von Neid und Ärger, Eifersucht usw… von mir eben, dann passt nichts mehr hinein. Das Leerwerden geht uns oft recht schwer, denn alles andere hat Vorrang vor der Stille. Die Termine und die Pflichten und die vielen Geschäfte des Lebens. Die online- Konferenzen und all der Kram, wovon einem die Ohren schwirren.
Manchmal muss unser Krug erst brechen, damit die Scherben das Wasser auffangen können.
In dem Film: Wie im Himmel“ singt Gabriella ihr Lied: „Ich will leben!“ heißt der Text des Liedes. – Frau Eisenberg wird die Musik nachher für uns auf dem Cello spielen. Gabriella ist eine vom Leben verletzte Frau, und sie hat das Glück, in einem Kirchenchor mitzusingen und mit ihrer schönen Stimme Teil einer Gemeinschaft zu sein. Der Chorleiter komponiert für jedes Mitglied ein Lied, auch für Gabriella. Er findet die richtigen Töne für sie. Begabt mit Einfühlsamkeit und Verständnis rettet er mit diesem Lied Gabriella das Leben. Als sie ihr Lied öffentlich zu singen wagt, schafft sie den Durchbruch, sie erfährt Heilung und Befreiung, weil sie die Melodie ihres Lebens singen kann, und ihr damit ihre Würde zurückgegeben wird und ihre Freiheit.
So, auf diese Weise begegnet uns Jesus- mit Einfühlsamkeit und mit Verständnis. Er sieht auf das, was wir nötig haben. Darum halten wir ihm unsere Herzen hin, mit unserem Schmerz, unserer Enttäuschung, unserem Unvermögen in manchen Dingen, mit unsrer Verletzbarkeit, mit unseren Schwächen, aber auch mit unseren Stärken.
Mit seinem liebenden Blick dürfen wir auf unser Leben schauen, mit allen Wegstrecken, die dazu gehören. Er kann die heilende Quelle, die in uns ist, wieder zum Strömen bringen. Er ist in uns als die heilende Kraft, die uns von Gott in unser Herz gegeben ist.

Ich bin da.
Diese Botschaft wird mir ganz persönlich zugesagt und in unsere je eigene persönliche Situation hineingesprochen.
Oft ist Gottes Nahesein schwer greifbar, weil Gott sich verbirgt – in einem Dornbusch oder in einem kleinen Windhauch… und weil Gott sich auch verstecken kann, wie der Dichter Kurt Marti in einem Gedicht sagt, nämlich in uns! Wir sind seine Verstecke! *
Darum schauen wir auf Jesus und erkennen durch ihn, wer und wie Gott ist: Ein Gott für uns. Leidenschaftlich. In ihm zeigt sich Gott, als der, der uns liebt und annimmt als seine geliebte Tochter, als seinen geliebten Sohn.
Gott gebe mir und dir Zukunft und Hoffnung, Freiheit und Freude an der Entfaltung unserer Möglichkeiten, miteinander und füreinander. Alles Ding währt seine Zeit!
Gottes Lieb in Ewigkeit.
Amen

Gedicht von Kurt Marti, dessen 100.ten Geburtstags wir heute gedenken:
Großer Gott:
uns näher
als Haut
oder Halsschlagader kleiner
als Herzmuskel Zwerchfell oft: zu nahe
zu klein – wozu
dich suchen? Wir:
deine Verstecke.

Aus: Kurt Marti,
Für eine Welt ohne Angst, S. 55 Lutherisches Verlagshaus Hamburg 1981

Dank für Spitzenergebnis im Dekanat Bergstraße

Die Gottesdienstbesucher im Evangelischen Dekanat Bergstraße haben im vergangenen Jahr 90.765 Euro an Brot für die Welt gespendet. Gegenüber 2018 ist das ein Plus von 2,8 Pro- zent. Wie aus der regionalen Bilanz des evan- gelischen Hilfswerks hervorgeht, betrug die Kollekte in den 44 Bergsträßer Kirchengemeinden allein an Heiligabend mehr als 78.000 Euro. An Erntedank waren es 12.760 Euro. An diesen beiden Festtagen ist die Kollekte in den evangelischen Gottesdiensten traditionell für Brot für die Welt bestimmt.

„Das hohe Spendenergebnis zeigt, dass den Christinnen und Christen in unserem Dekanat Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in der Welt nicht gleichgültig sind. Die Spenden und Kollekten sind das Fundament für Projekte, die Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, sagte der Bergsträßer Dekan Arno Kreh, der sich bei allen Spendern bedankte. Von den südhessischen Dekanaten der Propstei Starkenburg liegt das Dekanat Bergstraße mit der Spendensumme an der Spitze, gefolgt vom Dekanat Darmstadt-Stadt mit 64.505 Euro.

Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit von Brot für die Welt im vergangenen Jahr mit rund 64,4 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein Plus von 0,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr wurden 693 Projekte neu bewilligt, davon mit 242 die meisten in Afrika. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen. Aktuell ist Brot für die Welt mit mehr als 1.800 Projekten in mehr als 90 Ländern aktiv.

Bernd Biewendt

100 Jahre Ev. Frauen – Frauenhilfe Seeheim

Am 1. Dezember 1920 wurde der „Evangelische Frauenverein Seeheim“, die heutigen Ev. Frauen – Frauenhilfe, gegründet. Im zweiten Jahr seines Bestehens zählte der Verein bereits 371 Mitglieder, die sich an den Veranstaltungen des Ver- eins beteiligten. Diese bestanden zunächst in 17 Zusammenkünften in der Kleinkinderschule, in denen Kinderwäsche genäht, andere Näharbeiten verrichtet und gestrickt wurde. Dazu gab es sechs größere Vortragsabende.
Von Beginn an engagierte sich die Frauenhilfe im sozial-diakonischen Bereich und organisierte ein soziales Netzwerk. Die große Zahl der Mitglieder in dieser Zeit zeigt, wie wichtig dieses Beziehungsgeflecht für das ganze Dorf Seeheim war. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten, mit Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau war die Solidarität der Frauen immer sehr gefragt. Mit dem zunehmenden Wohlstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandelten sich die Aktivitäten der Frauenhilfe. Sie übernahmen viele Dienste bei verschiedenen Anlässen innerhalb des kirchengemeindlichen Lebens und engagierten sich im Altenzentrum. Seit vielen Jahren und auch heute noch finanzieren die Ev. Frauen – Frauenhilfe eine Patenschaft für ein Kind in Indien. Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder, gegenüber der Anfangszeit, sehr geschrumpft. Eine kleine Gruppe von 10 bis 18 Frauen trifft sich heute noch regelmäßig im Alten Pfarrhaus zur Besinnung und Gesprächen. Das Bestehen der Gruppe – 100 Jahre – ist schon eine bemerkenswerte Leistung.
Leider kann durch die Corona-Pandemie keine spezielle Jubiläumsfeier stattfinden. Auch fallen zurzeit die regelmäßigen Treffen Corona zum Opfer. Der Gottesdienst am Sonntag, dem 6. Dezember, im Pfarrer-Reith-Haus soll dennoch die Handschrift der Evangelischen Frauen der EKHN tragen.

Pfarrer Christoph Sames