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Adventsfenster gesucht – Lebendiger Adventskalender 2023

Auch dieses Jahr möchten wir wieder einen „Lebendigen Adventskalender“ in Seeheim und Malchen anbieten. Vom 1. bis 24. Dezember wird – mit einigen wenigen Ausnahmen – jeweils um 18 Uhr immer vor einem anderen Haus ein Adventsfenster „geöffnet“. Bei einem kleinen Programm von ca. 15 Minuten mit verschiedenen Elementen soll der Advent als besondere Zeit in unser Bewusstsein rücken.
Haben Sie Interesse als Gastgeber eins dieser „Adventsfenster“ zu gestalten? Wir freuen uns über neue Interessierte ebenso wie Erfahrene. Bitte melden Sie sich bis zum 1. Oktober beim Organisationsteam und nennen uns mehrere mögliche Termine. Daraus erstellen wir einen Zeitplan. Im November wird dann noch ein Informationstreffen angeboten, bei dem konkrete Fragen zur Durchführung geklärt werden können. Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Wir freuen uns über rege Beteiligung und hoffen auf alte und neue Adventsfenster in Seeheim und Malchen!

Franziska Siebel
franziska.siebel@ekhn.de
Telefon (06257) 9189770
Kirsten Sames
ksames@gmx.de
Telefon (06257) 83365

 

 

Wie wir das schaffen

Eine Zeitlang wird Pfarrerin Annika Dick aufgrund ihrer Elternzeit keine Gottesdienste gestalten und keine Beerdigungen halten. Aber sie wird sich der Konfi-Arbeit widmen. Aufgrund der angespannten Personalsituation werden wir keine Vertretung bekommen. Das klingt nicht schön für die Gemeinde und belastend für unseren Pfarrer Christoph Sames.
Glücklicherweise müssen wir trotzdem keine Gottesdienste ausfallen lassen. Möglich wird dies durch die Vielzahl an Pfarrpersonen im „Un-Ruhestand“ sowie Prädikant:innen und Lektor:innen, die viele Gottesdienste übernehmen.
Mittlerweile gibt es in unserer Landeskirche zahlenmäßig mehr Prädikantinnen und Lektor:innen als Pfarrpersonen. Doch wissen Sie auch, wer sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt? Ehrenamtliche können sich ausbilden lassen zu Lektor:innen und in einem zweiten Schritt zu Prädikant:innen. In monatlichen Wochenendkursen lernen sie mehr über das Alte und Neue Testament, die Besonderheiten des Kirchenjahres, den Aufbau eines Gottesdienstes und die passende Liedauswahl. In einer Praktikumsgemeinde halten sie – betreut von einer Pfarrperson – eigene Gottesdienste. Nach Abschluss der Ausbildung können sie dann eigenverantwortlich Gottesdienste leiten.
Vertretungen sowohl von Pfarrpersonen als auch ehrenamtlichen Prädikant:innen und Lektor:innen betrachten wir nicht als eine Notlösung, sondern freuen uns, auf diese Weise vielfältige Gottesdienste erleben zu können. Wir sehen es wie Susanne Stoklasa aus Kassel, Fachreferentin für Lektorenarbeit, die betont, „Ich finde es wichtig, dass sich möglichst viele Gaben im Gottesdienst widerspiegeln. Durch die ehrenamtliche Leitung ist das Spektrum der Erlebnisse und Erfahrungen aus der Lebens- und Arbeitswelt sehr groß, so dass die Beispiele, die auch mir sehr nahe sind, den Glauben auf andere, oft sehr überraschende Weise erfahrbar werden lassen. Außerdem finde ich es wichtig, von möglichst vielen verschiedenen Menschen zu hören, wie sie ihren Glauben verstehen und zum Ausdruck bringen. Das ist für mich immer wieder eine Ermutigung und Bestätigung, selbst ehrenamtlich in meiner Gemeinde und im Kirchenkreis tätig zu sein.“
Ebenso freuen wir uns, dass sich Pfarrpersonen der umliegenden Gemeinden bereit erklärt haben, vertretungsweise Beerdigungen in Seeheim und Malchen zu übernehmen.

Ihr Kirchenvorstand

Hör-Denk-Mal in Seeheim

Wir wollen Pfarrer Georg Reith und seine Familie nicht vergessen

Auf dem Alten Friedhof in Seeheim – direkt hinter der Laurentiuskirche – lädt die neu aufgestellte Familie-Reith-Bank zum Verweilen ein. Besucher können dort gerne mit Blick auf das Grab der Familie Reith Platz nehmen und sich mit Hilfe ihres Smartphones und dem auf der Tafel angebrachten QR-Code die unfassbare Geschichte der Pfarrfamilie im Widerstand anhören.
Pfarrer Georg Reith kam mit seiner Familie 1932 nach Seeheim. Er schätzte von Anfang an die Gefahren des Nationalsozialismus richtig ein, wurde Mitglied der Bekennenden Kirche, ließ sich nicht den Mund verbieten, nahm auch in seinen Predigten mutig Stellung, wurde mehrfach verhaftet, bedroht und in Seeheim entlassen. Seine Frau Käthe und seine Kinder Eckhardt, Ruth, Anneliese, Mechtild und Renate unterstützten ihn und halfen unter Einsatz ihres Lebens, jüdische Menschen zu retten. Die Konsequenzen, die die ganze Familie tragen mussten, waren erheblich und wirkten auch nach 1945 nachhaltig weiter. Unser Hör-Denk-Mal erzählt diese spannende Geschichte, die wir nicht vergessen wollen!
Ermöglicht wurde das Hör-Denk-Mal durch Mitarbeit von: Kirsten Sames, Franziska Siebel, Michel Weisbarth, Ulla Knoche, Maidon Bader, Sabine Milewski, Thomas Speckhardt, Raphael Schneider, Bärbel Gramp, Erwin Rieke, Rainer Leipold und

Klaus Knoche

Nach der Pandemie – die Willkommenskultur lebt

Während der Corona-Pandemie sind die Aktivitäten der Gemeindegruppen teilweise völlig zum Erliegen gekommen, da man sich nicht oder nur unter Einhaltung der strengen Hygienevorschriften treffen durfte. Umso erfreulicher ist es, dass die Willkommenskultur unserer Gemeinde sehr lebendig geblieben ist. Hierfür gibt es viele Beispiele:

Beim „Offenen Gemeindenachmittag“, zu dem Jung und Alt eingeladen sind, steht das Willkommen schon im Namen der Gruppe – jeder und jede kann teilnehmen, und es wird auch nicht gefragt, ob man zur Kirchengemeinde gehört oder evangelisch ist.

Dies gilt natürlich auch für das „Café International“. Hier werden insbesondere aus anderen Ländern geflüchtete Menschen willkommen geheißen. Es ist ein beliebter Treffpunkt, bei dem man sich mit anderen Geflüchteten austauschen oder Hilfe beim Umgang mit Behörden bekommen kann. Die intensivste Unterstützung von Geflüchteten ist natürlich das „Kirchenasyl“, für das im Pfarrer-Reith-Haus der halbe Jugendraum freigemacht wurde.

Im Gottesdienst besteht die Möglichkeit, als neues Gemeindemitglied der Gemeinde vorgestellt zu werden. Beim anschließenden Kirchen-Kaffee kann dann ein erstes Kennenlernen beginnen. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Chöre, für den unsere Kantorin Julia Klöpfer in den sechs Monaten ihres Hierseins gesorgt hat. Wir freuen uns nicht nur über den Zuwachs an Sängerinnen und Sängern, sondern auch über drei neue Kinderchöre.

Der Kirchenvorstand dankt allen, die diese Willkommenskultur leben und damit unsere Gemeinde so lebendig machen. Die Tatsache, dass im Pfarrer-Reith-Haus und im Alten Pfarrhaus auch Gruppen oder Aktivitäten der Kommunalgemeinde (wie etwa das Kinderkino) oder des Szenenwechsels (wie etwa der Ukulele-Kurs) Platz finden, zeigt die Bereitschaft zur Vernetzung mit nicht-kirchlichen Gruppen. Kirchliche Räume sollen nicht nur von Christinnen und Christen als Häuser der Begegnung wahrgenommen werden. Im ekhn2030-Prozess wird ausdrücklich gefordert, dass Kirchengemeinden ihre „Gemeinwesenorientierung“ ausbauen. Kirchenpräsident Jung sagt: „Mitglieder- und Gemeinwesenorientierung sind keine zwei Optionen für die Arbeit unserer Kirche. Es geht nicht um ein „Entweder-Oder“. Sie sind beide im Evangelium selbst begründet und gehören unauflöslich zusammen.“

Erwin Rieke

Friedhöfe in Seeheim-Jugenheim online besuchen

Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Seit einigen Jahren sind die Bewohner unserer Bergstraßengemeinde einschließlich aller Ortsteile in der glücklichen Lage, sich einen Überblick über sämtliche Grabstätten auf ihren Friedhöfen verschaffen zu können, ohne sich Wind und Wetter aussetzen zu müssen. Was auf den ersten Blick wie ein spleeniges, möglicherweise üppig mit Steuermitteln gefördertes Innovationsprojekt aussieht, geht in Wahrheit auf eine ehrenamtliche Initiative des Vereins für Computergenealogie e. V. mit mehr als 4.000 Mitgliedern zurück.
Das Grabstein-Projekt wurde 2007 von einer kleinen Gruppe Ahnen- und Familienforscher ins Leben gerufen. Anlass war ein Bericht in einer Tageszeitung über abgeräumte Grabsteine von Grabstellen, deren Liegezeiten abgelaufen waren. Man suchte interessierte Verwandte, die die Grabsteine übernehmen wollten. Andernfalls würden die Steine geschreddert und als Straßenunterbau verwendet. Es war klar, dass zumindest die auf den Steinen geschriebenen Familiendaten der Verstorbenen durch Abfotografieren gerettet werden können. Erst zukünftige Generationen werden diese Arbeit zu schätzen wissen, wenn der allergrößte Teil der Grabsteine nach Ablauf der Liegepachten auf den Friedhöfen abgeräumt sein wird. Die Daten und das Andenken an die Verstorbenen bleiben durch dieses Projekt erhalten. Auch aus kulturhistorischer Sicht ist die Sammlung von Grabsteinbildern nicht unbedeutend; die Dokumentation ermöglicht den Vergleich des Stilwandels der steinernen Denkmale. Heutige Grabsteine sind wesentlich schlichter gestaltet als zu vergangenen Zeiten und z. T. nur noch mit dem Namen der Familie beschriftet, ohne nähere Lebensdaten der Einzelpersonen.
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Gräber von Seeheimer Pfarrern auf dem Alten Friedhof

Einem Artikel in der März-Ausgabe des Gemeindebriefs LAURENTIUS war zu entnehmen, dass die Nutzungsrechte der Evangelischen Kirchengemeinde an den Grabstellen von drei Seeheimer Pfarrern jetzt ablaufen und aufgegeben werden. Bevor die Grabstellen abgeräumt werden, will ich an Leben und Wirken jener drei Pfarrer erinnern, deren Andenken inzwischen mehr als 100 Jahre sichtbar in Ehren gehalten wurden.

Ludwig Bernhard Fischer (14.08.1818- 05.10.1883) war von 1856 bis zu seinem Tod als Pfarrer in Seeheim tätig. In Darmstadt geboren als Sohn des Hofoffizianten Bernhard Fischer, war er nach Abschluss des Theologiestudiums zunächst als Verwalter in Queckborn tätig, 1844 in Nauheim und 1844-1849 als Vikar in Wixhausen. Anschließend war er Garnisonsschulmeister und Garnisonsfreiprediger in Darmstadt und wurde dann 1856 mit der Pfarrstelle Seeheim betraut. Die Seeheimer Pfarrstelle war in Anbetracht der Sommerresidenz des Großherzogs 1854 zur Hofpfarrstelle erhoben worden und wurde von da an unmittelbar vom Kabinett besetzt. Pfarrer Fischer war verheiratet mit Sophie geb. Walther.
Pfarrer Fischer sammelte ein Großteil des seinerzeit verfügbaren Wissens über die Geschichte Seeheims und der Tannenburg und hielt seine Kenntnisse in der von ihm begonnenen Pfarrchronik fest. Jährliche Eintragungen in der Pfarrchronik finden sich von ihm für die Jahre 1859-1870. Diese Eintragungen geben regelmäßig Auskunft über Witterung und Ernte eines Jahres, über den Holzertrag der Waldungen und die Nutzungen der Ortsbürger, darüber hinaus dann zu besonderen Ereignissen und Arbeiten in der Gemeinde wie z. B. Reparaturen des Schulgebäudes oder die Einstellung eines Gemeindearztes. Leider brechen die Aufzeichnungen von seiner Hand 1870 ab. Nicht nur mit der Gründung einer Kleinkinderschule hat Pfarrer Fischer sich um Seeheim verdient gemacht. Mehrere Jahre warb er für die Kleinkinderschule, die Vorläuferin des Kindergartens, und sammelte dafür Spenden, bis sie schließlich am 28. Oktober 1877 im neuerbauten Haus Mühltalstraße 1 eröffnet werden konnte. Als Vorsitzender des Schulvorstandes hatte Pfarrer Fischer es 1860 erreicht, dass die Industrieschule wieder ins Leben gerufen und der Unterricht dort am 5. Januar 1861 mit 70 Schülerinnen begonnen werden konnte.

Pfarrer Fischer starb wenige Wochen nach Vollendung des 65. Lebensjahres und wurde östlich vom Kirchturm auf dem Friedhof beigesetzt. Seine Frau Sophie Fischer geb. Walther wurde an seiner Seite bestattet, nachdem sie im Jahr 1900 im Alter von 82 Jahren gestorben war. Sie bestimmte in ihrem Testament einen Betrag von 250 Mark für die Kirche Seeheim zur Unterhaltung der Fischerschen Grabstätte. (mehr …)

Gemeinsam für Flüchtlinge

Die Spendenaktion „Gemeinsam für Flüchtlinge“ der vier Kirchengemeinden aus Seeheim- Jugenheim hat einen Betrag in Höhe von über 13.000 Euro erbracht, der die Finanzierung von zwei Minijobs für ein Jahr ermöglicht.
Dies macht es möglich, dass sowohl die Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine im Pfarrer-Reith-Haus als auch die Unterstützung vom Helferkreis Asyl in der Linde fortgesetzt werden kann. Durch die laufenden Spendeneingänge besteht die Aussicht, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate erneut ausreichend Geld zusammenkommt, um die Aktion auch im nächsten Jahr fortzusetzen. Das wäre dringend nötig, denn es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Ursachen von Migrationsbewegungen in den nächsten Jahren weniger werden.
Der Arbeitskreis Ökumene dankt allen Spenderinnen und Spendern für ihr Engagement und hofft, dass sie weiterhin treue Unterstützer der Aktion „Gemeinsam für Flüchtlinge“ bleiben.

Pfr. Christoph Sames

Aus dem Kirchenvorstand

Foto: epd-bild / Jens Schulze

Der Kirchenvorstand hat sich in seiner ersten Sitzung dieses Jahres mit dem Abendmahl beschäftigt. Im vergangenen Jahr wurde nach der Corona-bedingten Abendmahls-Pause wieder Abendmahl gefeiert, bei dem aus hygienischen Gründen statt eines Gemeinschaft-Kelches Einzelkelche genommen wurden. Dabei haben wir die Einzelkelche mit Wein bzw. Traubensaft gefüllt, sodass man als Abendmahlsgast die Wahl hatte. Dies führte allerdings zu Problemen, da nicht vorhersehbar war, wie viele Kelche von jeder Sorte benötigt wurden. Aus diesem Grund hat der Kirchenvorstand beschlossen, dass zum Abendmahl zukünftig nur noch Traubensaft gereicht wird. So kann in Zukunft jeder und jede am Abendmahl teilnehmen, ohne vorher im Laurentius nachlesen zu müssen, ob Wein oder Traubensaft gereicht wird.

 

Erwin Rieke