Ein „Band des Friedens“ als Hoffnungszeichen

„… durch das Band des Friedens“ – so ist der Gottesdienst zum Weltgebetstag (WGT) 2024 aus Palästina überschrieben. Dieser Titel greift den zentralen biblischen Text des diesjährigen WGT aus dem Brief an die Gemeinde in Ephesus auf: „Der Frieden ist das Band, das euch alle zusammenhält.“ (Epheser 4,3) Daran wollen wir uns in diesem Gottesdienst gemeinsam erinnern.
Rund um den Globus beten am ersten Freitag im März 2024 Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche in den WGTGottesdiensten sehnsuchts- und hoffnungsvoll darum, dass Frieden weltweit und auch in Palästina keine Utopie bleibt, sondern Wirklichkeit wird und in ihrem Alltag Einzug hält. In unserem gemeinsamen Gebet hoffen wir darauf, dass von allen Seiten das Menschenmögliche für die Erreichung des Friedens getan wird – auch wenn es angesichts der aktuellen politischen Lage schwerfällt.
Die biblischen Texte der Gottesdienstordnung, besonders Psalm 85 und Epheser 4,1–7, können in der aktuellen Situation tragen. Mit ihnen kann für Gerechtigkeit, Frieden und die weltweite Einhaltung der Menschenrechte gebetet werden. Die Geschichten der drei Frauen in der Gottesdienstordnung geben einen Einblick in Leben, Leiden und Hoffnungen in Palästina. Sie sind Hoffnungskeime, die deutlich machen, wie Menschen aus ihrem Glauben heraus Kraft gewinnen, sich für Frieden zu engagieren. Ihre Erzählungen sind eingebettet in Lieder und Texte, die den Wunsch nach Frieden und Gerechtigkeit und vor allem die Hoffnung darauf ausdrücken.
Die Wahl auf Palästina als WGT-Land 2024 ist schon vor langem gefallen: Auf der internationalen WGT-Konferenz 2017 in Brasilien ist das palästinensische Komitee ausgewählt worden, die Liturgie für 2024 zu schreiben. In Deutschland war diese mit der Veröffentlichung der Liturgie im September 2023 zunächst abgeschlossen. Angesichts der dramatischen Ereignisse in Israel und Palästina seit dem 7. Oktober hat das deutsche WGT-Komitee die Gottesdienstordnung aktualisiert und durch einige Erläuterungen ergänzt und im Januar 2024 herausgegeben.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Weltgebetstages ist es, die Stimme der Frauen aus dem aktuellen Weltgebetstagsland hörbar zu machen, ihnen in geschwisterlicher Solidarität zuzuhören, nahe zu sein und ihre Botschaft zu respektieren, wie es im Leitbild des deutschen Komitees heißt: „Wir hören auf Frauen, lernen voneinander, beten miteinander und erheben unsere Stimme – als christliche Frauen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und Konfessionen.“ Jede Weltgebetstags-Liturgie spiegelt den Alltag, die Leiden und Hoffnungen der Christinnen wider, die sie entwickelt haben, um sie mit anderen zu teilen. Dieses Jahr laden wir dazu ein, den Erfahrungen der palästinensischen Christinnen aufmerksam und aktiv zuzuhören – ihre Glaubenszeugnisse stehen im Mittelpunkt. Wie das deutsche WGT-Komitee sind auch wir uns angesichts der deutschen Geschichte der besonderen Verantwortung und Herausforderung bewusst. Wir stellen uns der Aufgabe mit dem Ziel, die Stimmen von Frauen aus Palästina und ihre Sehnsucht nach Frieden hörbar zu machen, weil wir ihre Sehnsucht teilen. In Frieden zu leben ist ein Menschenrecht. Wir hoffen, dass der Weltgebetstag 2024 dazu beiträgt, das Band des Friedens weltweit, in Palästina, im Nahen Osten und bei uns in Deutschland enger zu knüpfen.
Wir laden Sie, Frauen und Männer, am 1. März herzlich um 18 Uhr zum Gottesdienst und zu Kostproben aus der palästinensischen Küche und Gesprächen ins Pfarrer-Reith-Haus ein.

Franziska Siebel für das ökumenische Vorbereitungsteam