Altenzentrum sucht weitere Ehrenamtliche

Wer hat Lust und Zeit, uns ehrenamtlich zu unterstützen? Und auch selbst dadurch Bereicherung zu erleben. Aktuell suchen wir ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen, die uns in folgenden Bereichen unterstützen:

  • Nähkreis: In gemütlicher Runde wird Wäsche für die Bewohner/-innen geflickt.
  • Malkreis: Hier malen Bewohner/-innen mit Freude unter dem Motto Kreativität.
  • Spielkreis: Unsere Bingo-Spielgruppe sucht Unterstützung.
  • Besuchsdienst: Eine Bewohnerin / ein Bewohner wird durch regelmäßige Besuche, Gespräche, Spaziergänge erfreut.
  • Hundebesuchsdienst: Mit dem eigenen (genügsamen) Hund Bewohner/-innen aufsuchen.

Vielleicht haben Sie auch selbst Ideen, was Sie in unser Haus einbringen könnten. Bei Interesse und für genauere Informationen wenden Sie sich gerne an:

Simone Hörauf,
Sozialdienstmitarbeiterin im Altenzentrum Seeheim
Mission Leben
Telefon (06257) 97 12 205
E-Mail s.hoerauf@mission-leben.de

Simone Hörauf

Diakoniestation sucht ehrenamtlichen Vorstand

Die Diakoniestation Nördliche Bergstraße ist ein ambulanter Pflegedienst unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Zum nächst möglichen Zeitpunkt wird ein Vorstandsvorsitzender gesucht. Die Mitgliedschaft in einer der ACKD zugehörigen Kirche ist Voraussetzung für diese Tätigkeit.
Ihre Aufgaben: Sie leiten gemeinsam mit den anderen drei ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern die Diakoniestation, moderieren die Vorstandssitzungen, repräsentieren die Diakoniestation in der Öffentlichkeit und begleiten und überwachen die Geschäftsführung.
Wir erwarten: betriebswirtschaftliche Kenntnisse, offene, klare und sensitive Kommunikation. Der zeitliche Aufwand liegt im Bereich von ca. zwei Stunden monatlich (kann variiert werden). Wir bieten: angenehme und kollegiale Zusammenarbeit in unserem Vorstandsteam, eine vielseitige Tätigkeit mit eigenverantwortlichem Handeln und Gestaltungsmöglichkeiten.

Haben Sie Fragen zur Tätigkeit oder zur Diakoniestation?
Ich beantworte Ihre Rückfragen gerne:

Petra Geist (geschäftsführende Pflegedienstleitung),
Telefon (06257) 83193
E-Mail p.geist@diakoniestation-seeheim.de

Petra Geist

Ein Herz für die musikalische Arbeit in der Gemeinde

Die neue Dekanatskantorin stellt sich vor

Liebe Gemeinde, mein Name ist Julia Klöpfer, ich bin 28 Jahre alt und freue mich sehr, ab 1. November als neue Dekanatskantorin in See- heim-Jugenheim und im gesamten Dekanat tätig zu sein.

Ursprünglich komme ich aus einem kleinen Dorf nördlich von Stuttgart, wo ich zunächst Schulmusik und später Kirchenmusik studiert habe. Aufgewachsen in einem kirchlich geprägten Elternhaus haben mich in meinem 13. Lebensjahr der majestätische Klang der Orgel meiner Heimatgemeinde und die faszinierenden Harmonien eines unbegleiteten Chors in ihre Banne gezogen und glücklicherweise bis heute nicht mehr losgelassen. So kam eins zum anderen: Ich nahm Orgelunterricht, um dieses großartige Instrument spielen und besser verstehen zu können, ging in die örtliche Jugendkantorei sowie später in die Kantorei. So kam ich in Kontakt mit Instrumental- und Vokalmusik aller Jahrhunderte, was mich letztlich dazu brachte, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Im Studium leitete ich einen Kirchenchor, einen Jugendchor sowie mehrere Kinderchorgruppen und merkte dabei schnell, dass mein Herz für die musikalische Gemeindearbeit schlägt.
Meine wohl prägendste Studienerfahrung war mein Praxissemester an der Deutschen Schule in Nairobi (Kenia), an der ich Musik in allen Klassenstufen unterrichtet und im Grundschulchor assistiert habe. Dort durfte ich neben der Kultur auch in musikalischer Hinsicht sehr viel Neues entdecken und erleben. Aktuell bin ich kirchenmusikalische Praktikantin im Kloster Maulbronn, um dem dortigen Bezirkskantor zu assistieren und Studieninhalte zu vertiefen. Nach diesem weiteren Ausbildungsabschnitt freue ich mich sehr darauf, in Seeheim-Jugenheim anzufangen und Ihnen in den verschiedenen musikalischen Gruppen oder im Gottesdienst zu begegnen. Neben der Musik bin ich sehr großer Fan unserer wundervollen und erhaltenswerten Schöpfung und so oft es geht draußen unterwegs. Meistens zu Fuß, manchmal auch mit dem Fahrrad. Hauptsache im Wald oder über Wiesen und Felder.
Jetzt freue ich mich darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam mit Ihnen und der ganzen Ge- meinde Musik zu machen, dass das Soli Deo Gloria nie verklingt.

Ihre Julia Klöpfer

 

Für wen wollen wir in Zukunft Kirche sein?

Die EKHN will sich als offene, mitglieder- und gemeinwesenorientierte Kirche weiterentwickeln. Ihr Anspruch ist es dabei, eine öffentliche Kirche, nah und in vielfältiger Weise bei den Menschen zu sein und Menschen miteinander zu verbinden“, so steht es in den Veröffentlichungen der Kirchenleitung zum Prozess ekhn2030. Doch was heißt das praktisch? Wie müssen Gebäude aussehen, die sich dem Gemeinwesen öffnen und wie finden die Kirchengemeinden vor Ort heraus, wer in ihrer Nachbarschaft Räume braucht?
Einige Voraussetzungen für gastfreundliche Gebäude sind schnell zusammengetragen:

  • Gute Lage und Erreichbarkeit, auch mit Fahrrad und Öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Multifunktionale Räume (Trennwände, transportable Tische und Stühle, etc.)
  • Barrierearmut (wenig Stufen, breite Gänge, behindertengerechte Toiletten)
  • Einfache Verbindung zwischen innen (Kirchenraum) und außen (Kirchhof/-garten)
  • Offen (zumindest zeitweise ohne vorherige Anmeldung zu besuchen)
  • Offenheit zwischen Kirchengrundstück und öffentlichem Raum (ohne Zaun/Mauer)

Die Erforschung der Nachbarschaft ist schon aufwändiger. Sich zum „Sozialraum“ hin zu öffnen und sich „am Gemeinwesen orientieren“ bedeutet, dass nicht nur Gemeindemitglieder und Besucherkirchlicher Gruppen undV eranstaltungen die Räume nutzen, sondern auch Gruppen, die mit Kirche nichts zu tun haben. Es bedeutet auch, dass Gemeindemitglieder sich aufmachen in ihr Dorf oder ihr Stadtviertel, dahin gehen, wo die Menschen im Alltag sind, mit ihnen sprechen und ihnen zuhören. Das kann auf einem Erkundungs-Spaziergang geschehen, mit einem Leiterwagen und Kaffee und Saft im Angebot oder mit einem kleinen Stand vor dem Supermarkt, auf dem Sportplatz, in einer großen Wohnanlage, einem Spielplatz oder dem Friedhof. Dort treffen sie die Menschen ihres Viertels und können fragen, was sie bewegt, wofür sie sich engagieren würden, damit ihre Nachbarschaft zu einem Ort wird, an dem sie sich wohlfühlen. Der Gastraum wäre dann ein Ort, wo Gäste sich wohlfühlen, ohne sich an die Wünsche und Bedürfnisse des Gastgebers anpassen zu müssen. In Bürstadt und Lampertheim hat das regionale Diakonische Werk Gemeinwesen-Projekte gestartet. Bei „Zusammen leben in Bürstadt“ und „LA – Leben in Aktion“ in Lampertheim können Kirchengemeinden sich beteiligen und ausprobieren, wie das geht mit der „Öffnung zum Gemeinwesen“. Beide Projekte werden zu 75% mit dem Förderprogramm „Gemeinwesenarbeit des Landes Hessen“ finanziert.
Gemeinwesenorientierung kann auch stattfinden, wenn Mitglieder der Kirchengemeinde Vertreter*innen anderer Vereine, des Ortsbeirats oder Stadtparlamentes, der Schulen und anderer Religionsgemeinschaften zu einem „runden Tisch“ einladen und hören, mit welchen Fragestellungen diese sich gerade befassen. Dabei lässt sich herausfinden, ob es Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gibt, denn viele Vereine und Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie die Kirchengemeinden. Gleichzeitig gibt es neue Vereinigungen von Menschen, die noch nicht etabliert sind, die sich neu finden und Strukturen aufbauen müssen. Vielleicht braucht Ihr Ort gerade Räume, die diese Gruppen zusammen nutzen können. Mit der Nachbarschaftsbildung starten auch die Überlegungen, für wen Kirche in Zukunft da sein will und was mit den bestehenden Gebäuden passiert. Dabei mit denjenigen zu sprechen, die ebenfalls vor Ort leben, ist das Geheimnis, das sich hinter den sperrigen Begriffen „Sozialraum- und Gemeinwesenorientierung“ verbirgt.

Sabine Allmenröder,
Dekanat Bergstraße

Leitungswechsel im Jugendcafé

Nachdem gerade erst im letzten Laurentius nach einer neuen Leitung für das Jugendcafé der Kirchengemeinde gesucht wurde, hat sich zu unserer aller Freude und Erleichterung schon jetzt ein neues Leitungsteam gefunden! Tatjana Schudt und Tobias Besecke (im JuCa von allen Tati und Tobi genannt) sind die neuen Köpfe des JuCa! Beide sind schon lange Jahre regelmäßige Besucher des JuCa. Als Teenager und Schüler sind sie eingestiegen und mittlerweile mit dem JuCa erwachsen geworden. Sie wohnen in Seeheim und Jugenheim und studieren beide in Darmstadt. Darüber hinaus haben sie sich schon als Vertreter und Mitwirkende im JuCa, bei Jugendgottesdiensten und anderen Aktionen als verlässlich erwiesen. Dies sind alles ideale Voraussetzungen, um die Leitung im JuCa verantwortlich zu übernehmen.

Und so wurden die beiden am Sonntag, den 4. September im Gottesdienst im PRH feierlich in ihre Aufgabe eingeführt mit herzlichen Worten, einem süßen Geschenk und vor allem mit einem feierlichen Segen, den unsere Pfarrerin trotz des erheblichen Größenunterschieds nicht nur Tati, sondern auch Tobi zusprechen und per Handauflegung weitergeben konnte. Wir wünschen den beiden gutes Gelingen, viele schöne Ideen, viele Teilnehmer und die Inspiration und Begleitung unseres Gottes! Im gleichen Gottesdienst wurde auch die bisherige JuCa- Leitung – ebenfalls mit einem Segen – aus ihrer Aufgabe entlassen:

Michelle Seifert, die sehr schöne Erinnerungen an ihre Zeit als Kind im Kindergottesdienst (damals noch in einer anderen Gemeinde) hat, ist mit 13 Jahren hier in Seeheim in das Kindergottesdienst-Team eingestiegen. Bald besuchte sie auch als Teilnehmerin das damals neu gegründete Jugendcafé und erlebte dort mehrere und sehr unterschiedlich ausgeübte Leitungsvarianten. Als 18jährige übernahm sie dann selbst die Leitung im JuCa und hat diesen Posten trotz des jungen Alters gleich ganz super und dann für viele Jahre verlässlich ausgefüllt. Viele schöne Ideen von ihr wurden in dieser Zeit umgesetzt. Als Beispiel von vielen sei das Nähen von „Turnbeuteln“ genannt. Diese Rucksäcke werden von den meisten auch jetzt nach ein paar Jahren noch immer gerne genutzt. Bei der Verabschiedung wurde ihr eine Kuscheldecke überreicht, die sie am Computer bei der geplanten Doktorarbeit wärmen soll.

Auch Sabine von Minckwitz scheidet nun nach ca. 10 Jahren aus dem JuCa aus. Auch sie war nach 16 Jahren im Kindergottesdienstteam in das JuCa gewechselt, nachdem im Jahr 2013 Meike Wirth neu eingestiegen war und eine Unterstützung gesucht wurde. Da sie selbst sehr schöne und prägende Jahre in ihrer Jugend im Jugendkreis der Seeheimer Kirchengemeinde verlebt hatte, war es ihr immer sehr wichtig, eine lebendige christliche Jugendarbeit in Seeheim zu unterstützen. Gerne hat sie freitags die Jugendlichen begleitet und erlebt, wie sie erwachsen wurden. Das Programm hat sie insbesondere mit Inputs, Diskussionsthemen und Andachten ergänzt. Da sie es liebt, im Garten zu arbeiten, und auch dort gerne zusieht, wie Pflanzen wachsen, sich gut verwurzeln und Früchte tragen, wurde ihr zum Abschied ein neues Gartengerät überreicht.
Wir hoffen, dass das JuCa weiterhin stabil gedeihen und wachsen kann und erbitten dafür die wohlwollende und großherzige Unterstützung der ganzen Gemeinde. Vielleicht schließen Sie das JuCa ja auch mal in ihre Gebete mit ein?

Sabine von Minckwitz

Schildi im Kindergarten unterwegs

Im Laurentiuskindergarten wohnt Schildkröte Schildi. Sie erzählt: Morgens, wenn die Kinder kommen, darf ich raus. Dann laufe ich los und gehe auf Entdeckungstour. Manchmal begegnen mir Kinder, die mich streicheln und mir Verpflegung geben. Oft vergrabe ich mich im Sand oder unter einem Busch. Dort habe ich meine Ruhe und kann gut Pause machen. Wenn die Kinder nachmittags nach Hause gehen, muss ich wieder in mein Gehege. Aber das mag ich nicht, ich ver- stecke mich daher oft. Leider hat das noch nie richtig funktioniert. Alle Kinder gehen nämlich dann auf die Suche nach mir und finden mich leider immer. Naja, am nächsten Tag darf ich ja wieder auf Tour gehen.

Sonja Rhein

Action, Lachen, Innehalten – Zwei erlebnisreiche Tage unserer Konfigruppe

Zwei Tage lang haben wir viel zusammen gelacht, Teamaufgaben gelöst, uns und einander besser kennengelernt und neben lustiger actionreicher Spiele auch Momente der Ruhe genossen. Durch die Tage geführt haben uns Matthias und Christine Casties, zwei Erlebnispädagogen, die beim Erfahrungsfeld Schloss Reichenberg arbeiten. Am Freitag, 9. September, waren die beiden bei uns im Pfarrer-Reith-Haus. Samstags sind wir nach Reichelsheim gefahren und konnten auf dem Burggelände einen wunderbaren Tag verbringen. Für die Konfis gab es lustige Spiele und einige schwierige Challenges, die alle super gemeistert wurden, wie z. B. die Teamwippe, eine riesige Wippe, auf die die ganze Gruppe draufklettern und es ausbalancieren musste – ganz schön wackelig! Und dabei sollten diejenigen, die normalerweise „Tonangeber“ sind, versuchen, nichts zu sagen und unsere „Stillen“ sollten in die Rolle der „Anführer“ schlüpfen. Eine echte Herausforderung für so manchen!
Die Konfis haben also nicht nur viel Spaß gehabt, sondern wurden auch ordentlich ins Nachdenken gebracht – über sich selbst, über das Zusammensein als Gruppe und über Gott.

Annika Dick

Eine Frage von Energienutzung: Der Fleischkonsum

Die Frage, ob Fleischkonsum vertretbar sei, entzweit seit langem die Gemüter. Im Folgenden geht es nicht darum, den Verzehr von Fleisch zu verteufeln, sondern es soll erklärt werden, warum es im Sinne optimaler Nutzung der in Nahrungsketten zur Verfügung stehenden Energie vernünftig ist, den Konsum von Fleisch einzuschränken. Besonders dieser Gesichtspunkt ist ökologisch höchst relevant, kommt aber in den vorwiegend von ethischen und religiösen Argumenten geprägten Debatten um die Vertretbarkeit von Fleischkonsum meistens zu kurz. Medizinische und ernährungsphysiologische Aspekte müssen im Folgenden ausgeklammert bleiben.
Wir erinnern uns: An der Basis einer Nahrungskette stehen die Erzeuger, also die Photosynthese betreibenden grünen Pflanzen. Sie fangen die Strahlungsenergie der Sonne ein und nutzen sie, um aus Kohlendioxid, Wasser und mineralischen Nährstoffen energiereiche Biomasse aufzubauen. Damit stellen die Pflanzen die energetische Grundversorgung eines Ökosystems sicher. Auf den nächsten Stufen der Nahrungskette stehen die vollständig von den energiereichen Erzeugnissen der Erzeuger abhängigen Verbraucher. Sie geben die von den Erzeugern eingefangene Energie im Ökosystem weiter. Die ersten Verbraucher (Verbraucher 1. Ordnung) in der Nahrungskette sind die Pflanzenfresser, die sich von Pflanzen ernähren, gefolgt von den Verbrauchern 2. Ordnung, den Fleischfressern. Der Mensch ist in die Nahrungsketten unseres Planeten eingebunden und gehört, sofern er Fleisch verzehrt, zu den Verbrauchern 2. Ordnung.
Nahrungsketten sind in ihrer Länge beschränkt, d. h. sie umfassen meist nicht mehr als drei Ernährungsstufen. Ein Beispiel: Gras – Antilope – Raubkatze, oder auch: Gras – Rind – Mensch. Der Grund ist der massive Schwund der verfügbaren Energie entlang der Nahrungskette. Jede Ernährungsstufe gibt nämlich nur maximal 10% der übernommenen Energie an die nächste weiter. Der Hauptanteil geht als Atmungswärme und als Biomasse in Form von Abfall verloren. Nach Durchlaufen von zwei bis drei Stufen ist von der über die pflanzlichen Erzeuger in die Nahrungskette eingespeisten Energie so wenig übrig, dass sie nicht mehr ausreicht, weiteren Verbrauchern das Leben zu ermöglichen. Wie sagt man so schön? „Den Letzten beißen die Hunde“?
Was hat dies nun alles mit unserem Fleischkonsum zu tun? Die geringe Effizienz der Energienutzung in Nahrungsketten spiegelt sich auch im Nahrungsbedarf des Menschen bei vorwiegend fleischlicher Ernährung wider. Würde ein Mensch „als Fleischfresser“ um 1 kg Muskelmasse zunehmen wollen, müsste er 21 kg Rindfleisch essen. Für deren Erzeugung würden wiederum 170 kg Grünfutter benötigt. Diese Futtermenge zu produzieren erfordert entsprechende große Anbauflächen, vom nötigen Wasserverbrauch gar nicht zu reden. Hieraus erwächst ein für uns zunehmend bedrohlich werdendes ökologisches Problem, denn mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Fleisch steigt auch der globale Bedarf an Fläche für den Futteranbau dramatisch an. Diesem Bedarf werden zunehmend die tropischen Regenwälder und andere ökologisch wertvolle Ökosysteme geopfert. Die negativen Konsequenzen dieser Zusammenhänge für die Klimaregulation und die Biodiversität auf unserem Planeten kennen wir.
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Einladung zur Online-Gesprächsreihe „Sehnsucht Natur“

Die Sehnsucht, sich draußen in der Natur zu bewegen, hat in den letzten Monaten und Jahren zugenommen, verstärkt noch einmal durch die Corona-Pandemie. Welcher Natur begegnen wir? Einer kulturell überformten Landschaft, aufgeteilt in letzte Flecken von Grün? Oder richtet sich unsere Sehnsucht auf die Neue Schöpfung, die als Heilsgegenwart in allem aufscheint, was ist? Erleben wir irritierende Entfremdung oder heilsame Verbundenheit? Ist unsere Beziehung zur Natur bestimmt von den Zerrüttungen und Dysbalancen der Gegenwart oder auf Hoffnung und Zukunft hin gegründet? Oder muss beides zusammen gedacht werden? Wie sind schöpfungstheologische und heilsgeschichtliche Perspektiven miteinander verwoben?
Diesen Fragen widmet sich die Herbstreihe 2022 ab dem 7. September 2022 mit Gesprächsabenden zur „Sehnsucht des Menschen nach der Natur – zerbrochene Verhältnisse und heilsame Beziehungen“, zu der wir Sie herzlich einladen. An drei Tagen im Herbst von 18:00-20:30 Uhr wollen wir online bei „Brot und Wein“ zusammensitzen und gemeinsam nachdenken. Interessierte Menschen können an allen Gesprächsabenden teilnehmen oder sich auch nur zu einzelnen Veranstaltungen anmelden. Wie auch immer: Die Anmeldungen sind kostenfrei.

Die weiteren Termine sind 21. Oktober 2022 und 02. Dezember 2022.

 

 

  Flyer – Gesprächsabende Sehnsucht Natur

Dr. Hubert Meisinger
Referat Umwelt & Digitale Welt
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN

Biodiversität: Was ist das? Brauchen wir sie?

„Die Biodiversität unseres Planeten ist bedroht“. Fast täglich wird uns diese Mahnung durch die Medien vermittelt und mit der Forderung verbunden, dieser Bedrohung gegenzusteuern. Doch was ist eigentlich Biodiversität? Wieso ist sie gefährdet? Und brauchen wir sie überhaupt? Diesen Fragen wollen wir im Folgenden nachgehen.

Biodiversität ist eine Bemessungsgröße der Vielfalt an Lebensformen in einem bestimmten Lebensraum. Sie schließt mehrere Komponenten ein, nämlich Vielfalt der Erbanlagen in einer Population von Organismen, Artenvielfalt, und die Fülle von Ökosystemen in einem geographisch abgegrenzten Gebiet. Gemessen an der Artenvielfalt weisen die tropischen Regenwälder unter allen landgebundenen Ökosystemen unseres Planeten die größte Biodiversität auf.

Der Zustand der Biodiversität in einem Ökosystem wird dadurch bestimmt, dass alle Glieder der Lebensgemeinschaft untereinander vernetzt sind und voneinander abhängen. Ein einfaches Beispiel: Die Brennnessel ist Futterpflanze für viele Schmetterlinge, darunter Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und Landkärtchen. Die Konsequenz: Mit der Beseitigung der Brennnessel in sauberen Gärten verschwinden auch die von ihr abhängigen Schmetterlingsarten. Welche verheerende Auswirkung die Vernichtung der artenreichen tropischen Regenwälder durch den Menschen auf die Biodiversität unseres Planeten hat, lässt sich anhand des einfachen Beispiels der Brennnessel leicht ausmalen.

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