Category Archives: Veranstaltung

Kerbnachlese

Kerb 2017 – Foto: S. Leveringhaus03

„Ohne Kersch koa Kerb“ – Unter diesem Motto beteiligte sich die evangelische Kirchengemeinde auch in diesem Jahr wieder an der Seeheimer Kerb. Da das Wetter am Samstagnachmittag sich leider nicht von seiner besten Seite zeigte, wurde das Café Kir(s)chtorte kurzerhand ins Alte Pfarrhaus verlegt. Hier wurde wirklich jeder Zentimeter des zur Verfügung stehenden Platzes ausgenutzt, um sowohl die Kuchentheke ansprechend unterzubringen, als auch den Besuchern ausreichend Platz zum Sitzen zu bieten. Glücklicherweise ließ der Regen im Laufe des Nachmittags nach, so dass die Musiker doch noch aufbauen konnten. So war für jeden etwas dabei: Die einen lauschten draußen unter Pavillons der Musik, die anderen genossen Kaffee und Kuchen drinnen.

Weiter ging es am Sonntag. Fand der Gottesdienst zwar noch in der Laurentiuskirche statt, so konnte der Kerbumzug dann bei strahlendem Sonnenschein starten. Endlich das Wetter, das die Seeheimer Kerb verdient! Die Kirchengemeinde war mit einer gut gelaunten Gruppe vertreten, die eifrig Gummibärchen verteilte. Zurück im Hof des Alten Pfarrhauses herrschte dort bereits reges Treiben. Viele Gäste genossen im Laufe des Nachmittags in gemütlicher Atmosphäre Kaffee und Kuchen und ließen sich von Livemusik unterhalten. Durch Kaffee- und Kuchenverkauf konnten wir einen Erlös in Höhe von 865 Euro erzielen, den wir für die Renovierung des Pfarrer-Reith-Hauses gut gebrauchen können. Die Kirchengemeinde dankt den Besuchern und allen, die vor oder hinter den Kulissen zum Gelingen beigetragen haben. Und eins ist sicher: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei. Denn: „Ohne Kersch koa Kerb!“

Sandra Leveringhaus

Malcher Kerb 2017

Kerb‘ 2017

 

 

Wenn Engel lachen… Die Liebesgeschichte(n) der Katharina von Bora

Selten war die Bickenbacher evangelische Stephanskirche so stark besucht, wie am vergangenen Sonntagnachmittag, dem 12. März 2017. Drei Kirchengemeinden – Bickenbach, Hähnlein und Seeheim-Malchen – hatten anlässlich des 500. Reformationsjubiläums zum Musical eingeladen.

Die Begeisterung des Publikums lag einerseits in der spannenden Lebensgeschichte selbst begründet und andererseits auch in der Art und Weise der „eine Frau-Darbietung“!

Wittenberg, im Jahr 1524: Die entlaufene Nonne Katharina von Bora hat sich unsterblich verliebt – in den Nürnberger Patriziersohn Hieronymus Baumgartner. Mutig bittet sie den bekannten Professor Martin Luther, der Familie ihres Angebeteten einen Brief zu schreiben. Und der Reformator erklärt sich auch dazu bereit; wenn Katharina ihrerseits ein gutes Wort für ihn bei ihrer Freundin Ava einlegt. In die hat der große Denker sich nämlich verguckt. Doch während die beiden im Atelier von Lukas Cranach versuchen, ihr Beziehungsleben in den Griff zu bekommen, droht die Reformation gerade zu scheitern – an machthungrigen Politikern, aufständischen Bauern, schwärmerischen Splittergruppen und übereifrigen Pfarrern.

Miriam Küllmer-Vogt (selbst Pfarrerin) brachte die junge Katharina in diesem „Reformatorischen Kammer-Musical“ voller Witz und Leidenschaft, temperamentvoll und energiegeladen auf die Bühne. Ein Feuerwerk an Ausdruck und Charisma. Mit brillanter Stimme und mitreißendem Spiel verzauberte sie ihr Publikum, bezog es charmant in das Geschehen mit ein und entführte es auf diese Weise in die aufregende Zeit der Reformation. Begleitet wurde sie von Gernot Blume am Klavier, mit Gesang und Stimme.

Wolfgang Krämer

Nachtrag See´mer Kerb 2016

Kerb 2016 - 14Der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen während der See´mer Kerb betrug in diesem Jahr nach Abzug der Standgebühr (320 EUR) stolze 939,24 EUR. Dieser Betrag wird in das Renovierungsprojekt für das Pfarrer-Reith- Haus einfließen.

Wir danken allen Spendern von Kuchen, allen Helferinnen und Helfern sowie allen Mitwirkenden beim Kerbgottesdienst, die zu dieser fröhlichen Feier beigetragen haben, ganz herzlich und hoffen, dass sie auch in Zukunft ihre Talente für Veranstaltungen der Kirchengemeinde einsetzen.

Erwin Rieke

Festvortrag mit Professor Dr. Battenberg

Festvortrag Professor Dr. Battenberg - Foto: Michael Maxin

Festvortrag Professor Dr. Battenberg – Foto: Michael Maxin

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe „500 Jahre Ersterwähnung Kirche Malchen“ war im November der Vortrag des ehemaligen Leiters des Staatsarchivs Darmstadt, Prof. Dr. Friedrich Battenberg, zur Einführung der Reformation in Malchen.

Dabei verstand es Battenberg seinen Zuhörern ein Bild zu vermitteln, wie überregionale Ereignisse direkte Auswirkungen auf die lokale Ebene hatten. Die Einführung der Reformation war nicht nur ein lange Zeit offener Prozess, bei dem es um die Durchsetzung der lutherischen Ordnung ging, sondern auch ein verfassungsrechtlicher Streit, in dessen Verlauf ältere Einzelrechte von Niedergerichtsherren wie den Frankensteinern zugunsten der Landesherrschaft verdrängt wurden. Die Herrschaft der Frankensteiner, die zu Reformationszeiten in Eberstadt und Nieder-Beerbach das Recht besaß die Pfarrer zu bestimmen, hing der alten katholischen Lehre an. Landgraf Phillipp von Hessen-Darmstadt führte jedoch 1526 die neue Lehre ein. Die Frankensteiner hintertrieben lange Zeit alle Aufforderungen, Pfarrer „neuen“ Glaubens einzusetzen. Mal verzichteten sie darauf, derartige Ansinnen zu beantworten, mal verweigerten sie Visitationen. Solange die Situation labil blieb und noch nicht absehbar war, welche Richtung sich durchsetzen sollte, hielten sie sich mehrfach alle Optionen offen. Erst nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 gaben sie ihren Widerstand auf.

Michael Maxin

Kirchenwanderung mit Überraschungen

Kirchenwanderung_KircheMalchen-1Eine muntere Schar erzählfreudiger Wanderer startete nach dem Gottesdienst in der Malcher Kirche und einigen kurzen Erläuterungen zu ihrer 500 Jahre alten Geschichte in Richtung Frankenstein und Nieder-Beerbach. Malchen gehörte wie Eberstadt, Nieder- und Ober-Beerbach zu den Kirchen, bei denen die Herren von Frankenstein die Kollatur besaßen, d.h. den jeweiligen Pfarrer einsetzen konn­ten. Nachdem 1662 die Frankensteiner ihre Herrschaft an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt verkauften, blieb Malchen weiterhin bis 1951 pfarramtlich mit Nieder-Beerbach verbunden. Auch die Toten wurden jenseits des Frankenstein bestattet, bis Malchen 1721 einen eigenen Friedhof bekam. Die Malcher Konfirmanden mussten noch bis 1941 zum Unterricht nach Nieder-Beerbach.

Diese Zusammenhänge galt es auf alten Kirchenpfaden erfahrbar zu machen. Doch kurz zuvor – Überraschung Nr.1 – hatte Hessenforst einen Wegabschnitt unterhalb der Burg Frankenstein durch Baumfällungen unpassierbar gemacht und war auch nicht gewillt, den historischen Weg für die Wan­derung rechtzeitig zu räumen. Positiver Art war dagegen Überraschung Nr. 2, denn für die motorisier­ten Mitwanderer war die westliche Zufahrt zur Burg trotz vorheriger Ankündigung des Beginns der grundhaften Straßensanierung frei passierbar.  (mehr …)