Author Archives: J. Krämer

Renovierung des Pfarrer-Reith-Hauses

Pfarrer-Reith-Haus

Nach Ostern wird im April nach zweijähriger Planungsphase die Sanierung und Modernisierung des Pfarrer-Reith-Hauses erfolgen. Die großen Fensterelemente des Dachgiebels müssen dringend wegen Undichtigkeit erneuert werden, ebenso stehen zahlreiche Reparaturen an. Die Beleuchtung wird modernisiert und im großen Saal soll die Raumakustik verbessert werden.
Die nachträglich eingebaute und seinerzeit von Reinhold Wild gespendete Galerie des Foyers darf lt. Baudezernat der EKHN nicht mehr als Versammlungsfläche genutzt werden. Als raumprägendes Element des Eingangsbereichs wird sie erhalten, aber die vorhandene Wendeltreppe rückgebaut.
Das Gemeindehaus kann während der Sanierungszeit nicht genutzt werden. Alle Gruppen, die sich dort treffen, müssen auf andere Versammlungsstätten der Kirchengemeinde oder Alternativen ausweichen.

Vielen Dank an die katholische St. Bonifatius-Gemeinde, die ihr Bischof-Colmar-Haus zur Verfügung stellt!

Imme Meyer

Gemeindeversammlung am 1. Advent 

Nach dem Gottesdienst zum 1. Advent, der musikalisch bereichert wurde durch das wunderbare Cellospiel von Wolfgang Nagel, am Piano begleitet von Marion Huth, blieben etwa 35 Interessierte zur Gemeindeversammlung. Auch Dekan Arno Kreh war der Einladung gefolgt. Dr. Erwin Rieke eröffnete die Versammlung und stellte die Tagesordnung vor:
Liturgie in der Laurentiuskirche Seeheim
Renovierung des Pfarrer-Reith-Hauses
Orgelrenovierung Malchen
Gemeindebrief Laurentius.
Bei seiner Einleitung in den ersten Tagesordnungspunkt, die gottesdienstliche Liturgie der Laurentiuskirche, verlas Dr. Rieke zunächst den Beschluss des Kirchenvorstands vom 1.11.2017, die Liturgie der EKHN in der Form II (B) ab Dezember probehalber für ein Kirchenjahr ab 03.12.2017 in den Gottesdiensten der Laurentiuskirche anzuwenden.
Pfrn. Loggen führte in die Liturgie nach Form II B der EKHN ein, die nun in Seeheim zur Anwendung kommt. Pfrn. Loggen erläuterte die Besonderheiten und begründete die einzelnen liturgischen Veränderungen auf der Grundlage theologischer und liturgiegeschichtlicher Aspekte. Ihre Ausführungen bezogen sich insbesondere auf folgende liturgische Schritte:

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Renovierung der Orgel in Malchen

Orgel Malchen

Die Walcker Orgel in Malchen wurde im November 2017 zur technischen und klanglichen Überarbeitung in die Orgelbauwerkstatt Rainer Müller abtransportiert. Obwohl erst Ende Januar mit den Arbeiten begonnen wird, erfolgte der frühzeitige Abbau, da Schimmelbefall festgestellt worden war. So wurde der Platz geschaffen, um Heizung und eventuelle Feuchtigkeit an der Wand überprüfen zu können.
Es hat sich gezeigt, die Wand ist nicht nass. Die Gesamtkosten für den Orgelumbau wurden mit 16.500 EUR angesetzt. Die Kosten können noch steigen, weil der Orgelmotor eventuell ausgetauscht werden muss. Er wurde wegen Unzugänglichkeit seit der Kirchenrenovierung in den 80er Jahren nicht mehr gewartet. Orgelbauer Rainer Müller wird eine Möglichkeit einbauen, damit der Orgelmotor in Zukunft regelmäßig geölt werden kann. Erfreulicherweise wurden bis Ende Dezember 10.500 EUR für die Orgelrenovierung gespendet. Anträge auf Zuschüsse wurden an die EKHN in Darmstadt und die Dekanatsstiftung gestellt. Einen genauen Zeitpunkt der Fertigstellung konnte Rainer Müller noch nicht zusagen. Vieles zeigt sich erst, wenn die Orgel komplett zerlegt ist. Vermutlich wird es im Mai so weit sein.
Für die Übergangszeit steht das digitale Orgelpositiv der Seeheimer Laurentiuskirche zur Verfügung. Im Jahr 2008 war die Bosch Orgel in der Laurentiuskirche erfolgreich umgebaut und erneuert worden. In diesem Jahr geschieht dies mit der Walcker Orgel in Malchen. Wie wunderbar, dass die Kirchengemeinde Seeheim-Malchen das kulturelle Erbe der Orgelmusik und des Orgelbaus so herausragend fördert. Gerne kann für die Malcher Orgel gespendet werden.

Die Bankverbindung:
Ev. Kirchengemeinde Seeheim-Malchen
Verwendungszweck: Orgel Malchen
Volksbank Darmstadt Südhessen eG
IBAN: DE39 5089 0000 0037 1790 19

Marion Huth

Närrisch sein

Im Februar kommen mit den närrischen Tagen die lebensfrohen Tage der Fastnacht, oder wie man auch zu sagen pflegt: Fasching oder Fasnet. Ehe die vorösterliche Fastenzeit beginnt, lässt man es sich noch einmal richtig gut gehen. Da wird gelacht und getanzt, da sind alle verrückt und verkleidet und benehmen sich ganz närrisch. Und da lässt man sich gern auch mal zum Narren machen! Der Narr als eine der wichtigsten Gestalten der Fastnacht kommt ja oft in unserer Alltagssprache vor.
Die Evangelischen waren lange Zeit für die Fastnacht wenig zu begeistern, galt es doch als „etwas typisch Katholisches“. Die Karte der traditionellen Fastnachtsorte war identisch mit der Konfessionskarte in deutschen Landen: wo man katholisch war, wurde gefeiert, war man überwiegend evangelisch, wurde Fastnacht ignoriert. Nur in der alemannischen Stadt Basel, einer eindeutig protestantisch geprägten Stadt, feiern auch die Protestanten schon lange freudig Fastnacht. Noch heute gilt die Basler Fastnacht als etwas ganz Besonderes mit ihren eindrücklichen Masken und Riten. Auch hiesige Evangelische steigen gern in Bahn oder Bus und machen sich auf zu einem Besuch der farbenfrohen alemannischen Fastnacht.
Warum die Evangelischen im Allgemeinen nicht so gerne Fasching feierten, erfahren wir aus alten Dokumenten. Ab der Reformation hat man versucht, die alte Fastnacht abzuschaffen. „Mummerey und Tantzen sollen nitmehr gestattet sein“, heißt es in einem Ulmer Ratsprotokoll aus dem Jahr 1579. Unter dem Schutz der Masken schienen die Narren offensichtlich über die Stränge zu schlagen. „Schreyen, Juchtzgen und Boldern bey der nacht auf der Gassen“, wurde den Narren vorgeworfen, und die Obrigkeit war in den Fastnachtstagen vollauf damit beschäftigt, auf das Einhalten der bürgerlichen Ordnung zu achten. (mehr …)

Senioren-Mittagstisch sucht Helfer

Jeden Freitag wird betagten Menschen ein Mittagessen im Pfarrer-Reith-Haus serviert. Fünf Teams, bestehend aus je vier ehrenamtlichen MitarbeiterInnen wechseln sich mit dem Einsatz ab. Zur Vervollständigung von zwei Teams und für gelegentliche Vertretungs-Einsätze sucht die evangelische Kirchengemeinde Seeheim-Malchen weitere ehrenamtliche Helfer.

Ansprechpartnerin ist Frau Elvira Buhlert.
Die Kontaktdaten erhalten Sie über unser Gemeindebüro.

Laurentiuskirche in der Kirchen-App

Unsere Laurentiuskirche ist jetzt in der Kirchen-App aufgeführt. Mit der Kirchen-App erfahren Interessierte viel Wissenswertes über die jeweiligen Kirchen. Neben einer Umkreissuche, neben Adressen, Kontakten, Öffnungs- und Gottesdienstzeiten werden zu vielen Kirchen auch Hintergrundinformationen geboten. So können Besucherinnen und Besucher in die Baugeschichte eintauchen oder Besonderheiten des Raumes kennenlernen. Einige Kirchen lassen sich zusätzlich über einen Audioguide erkunden. Einzelne Stationen im Kirchenraum werden dabei kunsthistorisch und theologisch erschlossen. Bei uns steht in der Sommerzeit mittwochs von 16 bis 18 Uhr ein erfahrenes und freundliches Team bereit, um den Besuchern Fragen zu beantworten.

  

Erwin Rieke

Moppi und Peter

Eine unserer Redaktionsmitarbeiterinnen, Martina Graf, hat zusammen mit ihrem Mann Hans-Dieter, die beide einem kleinen Team ehrenamtlich forschender Regionalhistoriker angehören, das sich u. a. mit der Geschichte rheinhessischer Juden beschäftigt, ein Kinderbuch verfasst.

In ihrem bebildertem Kinderbuch beschreiben Martina und Hans-Dieter Graf die Geschichte zweier Hunde während der Nazi-Zeit. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass es diese Hunde – und die dazugehörigen jüdischen Familien – tatsächlich gegeben hat. Der Freund des Autorenehepaares, Raymond Wolff, ist ein Nachkomme einer dieser Familien und hat ihnen diese Geschichte erzählt. Die Autoren erwecken die Hunde zu neuem Leben und lassen den Leser Anteil nehmen an den Veränderungen der Lebensumstände bedingt durch die Repressalien der Nazi-Zeit. Moppi muss mit seiner Familie vom Land in Stadt ziehen, die Söhne seiner Familie werden schon bald nach Amerika fliehen und er mit den Eltern alleine zurückbleiben. Und auch Peter muss sich zeitweilig von seinem Frauchen trennen und überlebt später die Auswanderung nach Amerika leider nicht. In klaren, aber liebevollen Worten erzählen Martina und Hans-Dieter Graf von den Schrecken der Unterdrückung und Verfolgung der Juden, ohne zu ausführlich zu werden. Das macht das Buch zu einem geeigneten Einstieg ins Thema für Kinder ab ca. zehn Jahren. Allerdings ist es nicht unbedingt ein Buch zum alleine Lesen, zu viele Fragen werden aufkommen, die beantwortet sein wollen.

Doch gerade das macht das Buch zu einer wertvollen Gesprächshilfe über ein Thema, das manche heute gerne vergessen möchten, das aber nicht verdrängt werden darf, wenn die Geschichte sich nicht wiederholen soll.

Am 9. Februar um 15.00 Uhr findet im Rahmen der „Begegnungsstätte“ im Pfarrer-Reith-Haus eine Buchvorstellung mit Lesung und Diskussion statt.

Kerstin Hartmann

Diakonie Herbstsammlung 2017

Die Aktion ist abgeschlossen und wir sagen „Herzlichen Dank“ an alle Spenderinnen und Spender für das tolle Ergebnis von 1.405 Euro. Wie in den letzten Jahren überweisen wir 80 Prozent davon (1.124 Euro) an das Diakonische Werk in Hessen und Nassau e. V. sowie 20 Prozent (281 Euro) direkt an die Diakoniestation Nördliche Bergstraße.

Andrea Daum und Rosi Müller

Liturgische Denkanstöße

Mitte September wurde Pfarrerin Eva Maria Loggen von Dörte Hartmann erstmals in der Begegnungsstätte zu einem gegenseitigen Kennenlernen herzlich willkommen geheißen. So erfuhren die Anwesenden, dass Eva Maria Loggen aus einer württembergischen Pfarrersfamilie stammt und in Schwäbisch Hall aufgewachsen ist. Die jetzige Station ihres Berufslebens möchte sie nun gern ganz in den Dienst in der Kirchengemeinde Seeheim-Malchen stellen, am liebsten ohne erneuten Umzug.
Befragt wurde sie von den Anwesenden als allererstes über die Seeheimer Liturgie. So entspann sich ein lebhaftes Gespräch und gemeinsames Nachdenken über die Seeheimer Feinheiten. Pfarrerin Loggen verwies darauf, dass aufgrund weiterer anstehender Pfarrstellenkürzungen künftig unbedingt daran zu denken sei, gegenseitige gottesdienstliche Vertretung in unterschiedlichen Gemeinden ohne weiteren großen liturgischen Arbeitsaufwand möglich zu machen. Die Seeheimer Laurentius-Liturgie erfordere dagegen im Vertretungsfall noch eine zeitaufwändige Einarbeitung. Auch sollte es den Gottesdienstbesuchern von außerhalb möglich sein, sich mühelos in die Liturgie der anderen Gemeinde einzufinden. Eine Liturgie sollte deshalb das Kriterium der Nachvollziehbarkeit erfüllen. Hier sei nochmals zu überdenken, ob dies im Blick auf den jetzigen Ablauf der Fall ist. Als Beispiel nannte sie das Seeheimer Confiteor, das erst relativ spät hinzugefügt wurde und das man durchaus als eine Doppelung des Schuldbekenntnisses auffassen könnte. Ob sich dieses Confiteor als Anfangselement einer gottesdienstlichen Liturgie eigne, sei theologisch der Reflexion würdig. Dass darüber wieder neu diskutiert werde, sei gerade im Jahr des Reformationsjubiläums zu begrüßen. Viele andere Gemeinden der EKHN hätten sich längst auf die im Gesangbuch nachzulesende Form II geeinigt; diese Form werde schließlich schon sowohl in Malchen als auch im PRH und im Altenzentrum zugrunde gelegt.

Danach gefragt, ob sie ein Fan von „Event-Gottesdiensten“ sei, ließ Pfarrerin Loggen erkennen, dass sie manche Experimente der letzten Zeit als übertriebene und nicht angemessene „Anpassung an den Zeitgeist“ versteht (sie denke dabei an die Erfindung des Segensroboters der EKHN). Wenn mit der Jugend argumentiert werde, könne sie aufgrund ihrer langjährigen Arbeit als Schulpfarrerin nur sagen, dass junge Menschen (Konfirmandinnen, Konfirmanden, Schülerinnen, Schüler, junge Erwachsene) sehr wohl ein feines Gespür hätten für die Qualität eines Gottesdienstes und einer Liturgie, und diese nicht abhänge von effektheischenden Elementen, es vielmehr auf die Stimmigkeit ankomme und ob jemand mit dem Herzen dabei sei. Mit einem Ja zu anders gefeierten, auch neueren Gottesdienstformen wie zum Beispiel die nach der altbewährten Liturgie aus den Kommunitäten Taize oder Iona, auch Gottesdienste im Grünen (hier wären noch viele anderen Möglichkeiten zu nennen) endete das Gespräch.
Zu eventuellen künftigen Vorträgen in der Begegnungsstätte oder auch zu den jährlichen Bibelwochen nahm sie einige Wünsche entgegen und ergänzte sie durch eigene Ideen. So kann sie sich durchaus vorstellen, z.B. zur sozialen Gerechtigkeit aus ethisch-theologischer Sicht, oder zum Verhältnis von Glauben und Naturwissenschaft einen Nachmittag anzubieten. Auch der Wunsch nach der Auslegung der biblischen Gleichnisse wurde geäußert.
Mit dem Gefühl, dass das Argument: „Das ist doch schon immer so gewesen!“ an diesem Nachmittag infrage gestellt wurde, und einem lang beklatschten Dank an Eva Maria Loggen endete der Nachmittag.

Hans Hrausek